Wie ist das mit dem Reifendruck?

Was misst man eigentlich an der Tankstelle, wenn man den Reifendruck prüft?

Die Messgeräte an der Tankstelle messen den Überdruck im Reifen, d.h. um wieviel der Druck im Reifen höher ist, als der aktuelle Umgebungsluftdruck. (Siehe hierzu: Wikipedia-Reifendruck)
Der Umgebungsluftdruck ist jedoch abhängig von der Lage eines Ortes (Höhe über Meeresspiegel) und der Atmosphärentemperatur und nimmt im Mittel je 1000 Höhenmeter um ca. 100 hPa (entspricht 0,1 Bar) ab.
(Die genaue Formel ist je nach Näherungsverfahren mehr oder weniger komplex. Details dazu finden sich unter Wikipedia-Luftdruck.)

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für den Reifendruck ist natürlich auch die Temperatur im Reifen, oder in erster Näherung die Reifentemperatur.
Dieser Zusammenhang wird ausgedrückt durch das sogenannte Gasgesetz: erhöht sich die (absolute) Temperatur um 10%, so erhöht sich der (Absolut-)Druck ebenfalls um 10%, wenn das Volumen sich nicht ändert – dies kann man beim geschlossenen Reifen annehme.
Als Richtwert kann man bei einem Kaltfülldruck von 2 Bar annehmen, dass eine Temperaturerhöhung von 30 Grad (ca. 10%) den Reifendruck um 0,3 Bar erhöht.

Will man also seinen Reifendruck “genau” messen, so muss man:
Bei gleicher Meereshöhe, gleicher Aussentemperatur und gleicher Reifentemperatur messen; damit die Differenzen von Messgerät zu Messgerät vermieden werden, sollte man auch immer mit dem gleichen Gerät messen.
Der angezeigte Wert ist dann für diesen Ort, zu dieser Tageszeit und für diesen Reifenzustand als “genau” zu betrachten.

Was misst ein TireMoni Sensor?

Die TireMoni Sensoren messen den Überdruck bezogen auf einen Referenzraum im Sensor und sind damit unabhängig vom Umgebungsluftdruck. Die Messwerte der Sensoren sind auf Meereshöhe kalibriert.
Das bringt dem Anwender drei entscheidende Vorteile gegenüber dem Messen an der Tanke:

  1. Die Messung wird regelmässig vorgenommen; ein Blick auf die Anzeige genügt.
  2. Die Messung ist zuverlässig, da sie immer mit dem gleichen Gerät gemacht wird.
  3. Abweichungen vom Soll-Zustand werden so frühzeitig erkannt und gemeldet, dass ausreichend (>15 min) Zeit für sicheres Reagieren bleibt.

Vor allem der letzte Punkt macht TireMoni für den Autofahrer unbezahlbar, da die viel grössere Reaktionszeit im Pannenfall Wahlmöglichkeiten bietet (Reifen wechseln oder in die Werkstatt fahren) und man damit immer einen sicheren Platz zum anhalten finden kann.

Und was ist mit der Messgenauigkeit?

Die tatsächliche Messgenauigkeit des TireMoni ist für die entscheidenden Vorteile also noch gar nicht von Belang. Sie kommt erst zum Tragen, wenn man die weiteren Vorteile der Reifendruckkontrolle ausschöpfen will:

  1. Weniger Treibstoffverbrauch und
  2. höhere Reifenlaufleistung

Hier gilt aber: der optimale Luftdruck in Bezug auf diese Aspekte ist ein Kompromiss, den man sich “erfahren” muss. Zu viele Parameter beeinflussen das Ergebnis (Fahrweise, typische Streckenwahl, Beladung, Reifenwahl, etc.).
Die Werte im Fahrzeug-Handbuch kann man als “brauchbaren” Anfangswert betrachten. Reifenhersteller empfehlen tendenziell eher um 0,2 bis 0,3 Bar höhere Werte.

Wichtig ist hier, dass man Gleiches mit Gleichem vergleicht; dazu muss man zwingend immer mit dem gleichen Messgerät messen, also am besten wie bei TireMoni das Messgerät immer mit dabei haben.
Genauso wichtig ist es, oft zu messen, so dass man ein Gefühl dafür entwickelt, wie der gefahrene Reifendruck sich auf den Treibstoffverbrauch und die Reifen-Laufleistung auswirken. Bei TireMoni genügt ein einziger Blick auf die Anzeige.

Durch das Messprinzip zeigt TireMoni bei Meereshöhe gleiche Messwerte wie ein kalibriertes Druckmessgerät; bei 400 m Höhe zeigt das Gerät 0,04 Bar “zu niedrig” – das ist in der Praxis vernachlässigbar.
Bei 2500 m Höhe ü.M. beträgt die Abweichung 0,25 Bar, d.h. TireMoni zeigt 2,0 wo eigentlich 2,25 Bar drin sind. Stellt man den vom Autohersteller empfohlenen Wert ein, liegt man damit tatsächlich bei den vom Reifenhersteller empfohlenen Werten. Die angezeigten Werte liegen dann näher an den eingestellten Warnschwellen, so dass die Sicherheit jedenfalls nicht verschlechtert wird.

Der Vorteil des TireMoni Prinzips liegt darin, dass TireMoni immer den gleichen Messwert anzeigt, wenn man vom tiefen Tal in die hohen Berge oder anschliessend wieder runter fährt. Damit weiss man sofort: Wenn der Druckwert am TireMoni sinkt, dann hat der Reifen Druckverlust.

Hätte man hingegen ein Messgerät, das gegen den Umgebungsdruck misst, müsste man bei der Fahrt ins Tal erst mal ausrechnen ob der gesunkene Druckwert jetzt der Höhendifferenz entspricht, oder ob wirklich ein Druckverlust vorliegt.

Und für die, die es wirklich ganz genau haben müssen, hilft TireMoni natürlich auch. Das Verfahren geht so:

  1. Mit einem geeichten Barometer den aktuellen Luftdruck bestimmen.
  2. Mit den oben angegebenen Quellen/Formeln, dem aktuellen Luftdruck und dem Reifen-Solldruck den einzustellenden Absolutdruck im Reifen ermitteln.
  3. Vom Absolutdruck 1 Bar abziehen – das ist der Reifendruck, den TireMoni nach dem Befüllen anzeigen soll.
  4. Die Reifentemperatur messen – diese sollte zwischen 17 bis 20 Grad Celsius liegen; bei Bedarf kühlen oder heizen bis diese Temperatur eingestellt ist.
  5. Den Reifendruck auf den ermittelten Fülldruck einstellen.

Nicht vergessen: ändert sich der Luftdruck oder bewegt man sich auf einer anderen Höhe ü.M. muss der Reifendruck natürlich angepasst werden; gleiches gilt, wenn man den Beladungszustand des Fahrzeugs ändert.

Zu kompliziert? Bitte nochmal von Anfang lesen …

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